Diese Briefe braucht kein Mensch

03.08.2011 von Boris Springer

Mit “Sehr geehrtee Herr Soundso” wurde Herr Dr. Soundso im Brief seines Geldinstituts begrüßt. Jahrelang war die Zeile korrekt. Dieser Doppelfehler ist nun nicht wirklich ärgerlich, zeigt aber, wie wenig Programm- und Datenänderungen kontrolliert werden. Der Adressat hat das Geldinstitut wohl freundlich informiert und geht von einer Korrektur aus.

Das dachte sich auch Britta Meier (Name geändert), als sie ihre Kfz-Versicherung über die fehlerhafte Anrede “Herr Britta Meier” informierte. Nach mehreren Reklamationen war sie es dann leid und kündigte den Vertrag. Wie mag bei einem solchen Versicherer erst eine mögliche Schadenregulierung aussehen?

Besonders peinlich ist die per Infopost versandte “Persönliche Einladung”. Wer einmal im Möbelhaus eine Kleinigkeit gekauft und dabei freiwillig seine Adressdaten preisgegeben hat, wird flugs “Stammkunde”! Selbstverständlich erhalten nur Stammkunden diese Einladung ...

Diese Liste ließe sich lange fortsetzen. Dabei ist gegen gute(!) Werbebriefe (z.B. Google-Suche nach “Leserzentrierte Textur”) nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Sie sind ein essentieller Bestandteil des Werbemixes vieler Unternehmen.

Festzuhalten bleibt, dass der Kunde bei schlechten Werbebriefen – wie auch z.B. bei Kaffeefahrten (siehe Kolumne vom 24.03.2010) – seinen Teil zum Dilemma beiträgt. Er spurtet zum Sommerfest (“Persönliche Einladung an unsere Stammkunden”), weil dort ein verbilligtes Würstchen zu bekommen ist und bestellt fragwürdige Medikamente bei einem Unternehmen, das seinen Sitz im Ausland hat und per Massensendung Briefe versendet, deren Absender ein fiktives Ministerium (kein Scherz!). Bis sich das nicht ändert, wird es diese unseligen Schreiben weiterhin geben.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Wie sage ich’s meinem Kollegen?

Foto: www.pixelio.de; Fotograf: Rainer Sturm

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