Das Hamsterrad verlassen

14.03.2012 von Boris Springer

Warum arbeiten wir? War früher das nackte Überleben der Grund, so ist es bei uns in Deutschland heute das “finanzielle Auskommen”. Wir wollen uns das leisten können, was wir als lebenswert empfinden.

Dass für unser Einkommen eine Gegenleistung – in Form von Arbeit – erbracht werden muss, versteht sich von selber. Dabei sind einige Menschen in der glücklichen Lage, ihr Hobby, ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben und sind bei ihrer Tätigkeit vollends glücklich. Von “Arbeit” sprechen sie gar nicht. Über viele Zwischenstufen gibt es selbstredend auch das andere Ende der Skala, an dem Menschen unter harten Bedingungen für wenig Geld schuften müssen.

Die große Masse der Schaffenden liegt irgendwo dazwischen. (Zu) viele von ihnen sehen ihre Tätigkeit negativ: Morgens aufstehen “müssen”, zur Arbeit fahren “müssen” und dann auch noch arbeiten “müssen”. Montage werden verflucht, Freitage herbeigesehnt.

Hier empfiehlt sich eine gelassenere Sicht der Dinge. Denn, indem sich Menschen sonntags schon negativ konditionieren und sich über den kommenden Morgen ärgern, steigern sie nicht nur ihren eigenen Frust, sondern erzeugen auch zwei gravierende Nebenwirkungen: Die Ausstrahlung dieser Haltung auf andere sowie eine reduzierte Leistungsfähigkeit zu Wochenbeginn. Dabei wird die Arbeit am Montagmorgen erwiesenermaßen genauso bezahlt wie zu anderen Zeiten. Somit kann auch eine gleiche Leistung erwartet werden.

Dieser Zyklus aus Arbeitswoche und Wochenende gleicht einem Hamsterrad, das sich immer weiter (und immer schneller) dreht. Nur wer in der Lage ist, sich dessen bewusst zu werden und – bildlich gesprochen – aus diesem Rad auszusteigen, wird das Wochenende ohne Angst vor dem Sonntagabend genießen können und den Beruf als lohnenswerte Aufgabe sehen. Auch wenn dort nicht immer eitel Sonnenschein herrscht und wenn nicht immer alles auf Anhieb gelingt.

Was sind Ergebnisse einer gelasseneren Einstellung und eines Blickes von außen auf die eigene Situation?: Mehr Freude an der Tätigkeit, bessere Ergebnisse, weniger Stress und dadurch bedingt größeres Wohlbefinden. Selbstverständlich ist diese Aufzählung nicht vollständig.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Über “Kommentieren Sie diesen Artikel” etwas weiter unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Netzwerken? Netzwerken!

Foto: www.pixelio.de; Fotograf: KFM

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Lupe oder Holzhammer?

23.12.2018 von Boris Springer

Ehre, wem Ehre gebührt!
Da wird eine Ärztin und Ex-Homöopathin grafisch 7.000 Ärzten gegenübergestellt, die sich – aus welchen Gründen auch immer – der Homöopathie zugewandt haben. Dabei bleibt zum einen geflissentlich unerwähnt, dass diese Ärzte nur knapp zwei Prozent von insgesamt ...

Weiterlesen …

Besser als Baldrian

19.09.2017 von Boris Springer

Mitten in der Nacht schreckst Du hoch. Dein Puls rast und Du realisierst, dass Du einen ziemlichen Unsinn geträumt hast. Langsam kehrst Du in die Wirklichkeit zurück und versuchst, Dich zu beruhigen. Dabei fällt Dir Dein gestriger Arbeitstag ein: die Hektik, die nervigen Gespräche, der Ärger etc. Je ...

Weiterlesen …

Rheinische Kapriolen auf der Autobahn

26.10.2016 von Boris Springer

In Nordrhein-Westfalen scheint derzeit einiges möglich, lokal sticht das Rheinland besonders hervor. Denn es ist nicht nur so, dass es dem Bundesland mit den meisten Einwohnern – allen Jubelfeiern zum 70. Geburtstag zum Trotz – finanziell nicht wirklich gut geht. Das Rheinland hebt sich zusätzlich ...

Weiterlesen …