Das Wort gilt!

12.12.2012 von Boris Springer

Wichtige Vereinbarungen werden schriftlich geschlossen. Das gilt vor allem im geschäftlichen Bereich, aber auch im Privaten ist es hilfreich, manches mit Stift und Papier festzuhalten. Und warum ist die sogenannte “Schriftform-Erfordernis” so bedeutsam? Die Antwort liegt auf der Hand: Keine der beteiligten Parteien kann im Nachhinein etwas anderes als das Vereinbarte behaupten.

Selbst Schriftliches ist jedoch nicht immer eindeutig und/oder wird von den Beteiligten nicht immer vollumfänglich verstanden. So etwas würden Sie nicht unterschreiben? Dann schauen Sie bspw. einmal in Ihre laufenden Versicherungsverträge. Damit Zweifelsfälle ausgeschlossen werden können, sind aus dürren Verträgen dicke Werke geworden, die meist auf CD ausgehändigt werden oder im Internet abzurufen sind. Des Weiteren werden Sie sich wundern, was dort nicht versichert ist und vor allem, was dort alles versichert ist, von dem Sie bislang nichts ahnten.

Gibt es also überhaupt noch Vereinbarungen, die wir heutzutage mündlich treffen können? Ja, es gibt sie. Und zwar bei jedem von uns. Täglich. Welche sind das? Meistens handelt es sich um “kleinere” Absprachen, von denen die Beteiligten ausgehen, dass sich die anderen daran halten. Das sind Terminabsprachen beim Arzt genauso wie Bestellungen beim Bäcker oder Verabredungen mit Freunden. Keiner denkt daran, solche Zusagen schriftlich festzuhalten, es gibt höchstens ein Erinnerungskärtchen von der Arzthelferin. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass solche mündlichen Zusagen eingehalten werden.

Und wann und wofür benötigen wir im Privaten die Schriftform? Klare Antwort: Das kommt darauf an! Das Zauberwort dabei heißt: Vertrauen! Habe ich Vertrauen zu einer/einem andern, benötige ich nichts Schriftliches. Zum Beispiel kommen Freunde, die diesen Namen verdienen, auch ohne Papier klar.

Es ist beruhigend und entspannend, wenn wir uns auf andere verlassen können. Dass wir nicht alles hinterfragen müssen und tatsächlich wissen, dass es so kommen wird wie besprochen. Auch andere haben darauf ein Recht. Es liegt daher an jedem von uns, verlässlich zu sein, indem wir uns an das gesprochene Wort halten. Seien Sie Vorreiter! Schenken Sie Vertrauen – auch im Voraus –  und machen Sie nur Zusagen, die Sie einhalten! Sie werden feststellen, wie wohltuend es ist, wenn andere Menschen von Ihnen sagen: “Ihr/Sein Wort gilt wie eine Unterschrift.”

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Im besten Alter

Bildquelle: chrom / pixelio.de

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