Lügen strengt an

30.01.2013 von Boris Springer

Beim Thema wertschätzende Kommunikation und wertschätzendem Verhalten taucht immer wieder die Frage auf, wie wichtig unbedingte Ehrlichkeit sei. Es sind Fragen wie z.B. “Muss mein Gegenüber unbedingt alles wissen?”, “Sind Notlügen erlaubt?” und ”Kann zu viel Ehrlichkeit schaden?”. Und selbstredend kommt die Anmerkung “Der Ehrliche ist doch meist der Dumme!”.

Tatsächlich gibt es keine umfassenden und immer richtigen Antworten auf diese für jeden Einzelfall unterschiedlichen Ansichten. Jede Situation ist unvergleichlich, die beteiligten Personen sind andere und was heute richtig ist, muss morgen nicht gelten.

Was heißt das für unseren Umgang mit der Ehrlichkeit? Und: bezieht sie sich nur auf objektive oder auch auf subjektive Belange? So viel ist sicher: Objektive Tatsachen müssen wahr bleiben und korrekt dargestellt werden. Hierbei stellt sich eher die Frage, welche Informationen weitergegeben werden sollten.

Dass eine bestimmte Gegebenheit von mehreren Beteiligten subjektiv unterschiedlich gesehen werden kann, ist bekannt. Davon leben ganze Heerscharen von Rechtsanwälten und häufig gibt es nicht nur eine “Wahrheit”, sondern tatsächlich mehrere Ansichten, die jede(r) Beteiligte für wahr hält.

Fest steht, dass Lügen anstrengt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen das erhöhte Stress-Niveau bei jenen, die sich die Wahrheit zusammenbiegen und darauf achten müssen, dass sich ihre Lügen nicht widersprechen. Da ist es wesentlich angenehmer, immer bei der Wahrheit zu bleiben und jedem Gegenüber gerade ins Gesicht sehen zu können. Auch dem eigenen Spiegelbild! Der Stresspegel bleibt niedrig, Körper und Geist bleiben entspannt.

Und was können wir tun, um auf alle noch so kleine Lügen zu verzichten? Da empfehlen sich drei Ansätze: Erstens, schlicht die Wahrheit zu sagen. Ist das einmal nicht möglich oder tatsächlich nicht sinnvoll, so bietet sich entweder an, zweitens die Antwort zu verweigern oder drittens das Thema zu wechseln. Ehrlichkeit ist in jedem Fall langfristig der einzig richtige und erfolgversprechende Weg. Dass es Situationen gibt, in denen die genannten drei Möglichkeiten nicht greifen, ist unbestritten, weitere Wege würden jedoch den Rahmen dieser Kolumne sprengen.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Wohlfühlen auf Kosten anderer?

Bildquelle: Benjamin Thorn / pixelio.de

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