Eine gute Nachricht

24.04.2013 von Boris Springer

Traditionell werden eher schlechte als gute Meldungen verkündet. In jeder Nachrichtensendung geht es – von Sport und Wetter abgesehen – neben politischen Themen vorrangig um Kriege, Unglücke, Verbrechen. Keiner will wirklich wissen, dass wieder einmal 100 Prozent aller Flugzeuge gut gelandet sind, die Zuschauer oder Zuhörer interessiert vor allem das Negative.

Eine gute Nachricht soll im Meer der Neuigkeiten nicht untergehen: Junge Menschen gehen sorgsamer mit ihrem Geld um als allgemein angenommen. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und die Schufa fanden heraus, dass Jugendliche und junge Erwachsene im Geldverhalten ihren älteren Zeitgenossen in Nichts nachstehen. Die Rückzahlung von Darlehen von 18- bis 24-Jährigen erfolgt fast genauso gut wie bei den Älteren, bei denen weniger als drei Prozent ihren Verbindlichkeiten nicht nachkommen.

Schulden – die meist innerhalb der Familie aufgenommen werden – belasten die Jungen demnach genauso wie die Älteren; die GfK bezeichnet die Befragten gar als „seriöse Finanzentscheider“. Übermut ist dabei jedoch fehl am Platz. Denn aufgenommene Dispokredite wurden nicht als Verbindlichkeiten mit erfasst, so dass sich ein etwas „schiefes“ Bild ergibt.

Ebenso bleiben Fragen offen, die die Einschätzung des individuellen Finanz-Gesamt-Status betreffen. Denn den haben mehr als die Hälfte der Befragten nach eigenem Bekunden nicht.

Einen wichtigen Hinweis erhält die Schulpolitik aus den Befragungen. Nach den Finanz-Skandalen der letzten Jahre ist es nicht wirklich überraschend, dass viele der Jungen den Geldinstituten in Finanzfragen nicht trauen. Der schon seit Jahren geforderte Wirtschafts-Unterricht und die frühe finanzielle Bildung der Kinder ist längst überfällig. Neben einem Schulfach Wirtschaftslehre gibt es im heutigen Zeitalter vielfältige Möglichkeiten, junge Menschen mit Hilfe der modernen Medien für das weite Feld der Finanzen zu begeistern und somit schon früh den Grundstein für den lebenslang seriösen Umgang mit Geld zu legen.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Fahren am Limit

Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de
www.pixelio.de

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