Traue keiner Statistik, ...

05.06.2013 von Boris Springer

In den letzten Wochen war wieder einmal konkret zu erleben, wie sehr es bei Aussagen auf die Formulierung sowie auf das Herausstellen bestimmter Fakten ankommt. Vor wenigen Wochen wurde veröffentlicht, dass die Gesellschaft für Konsumforschung und die Schufa ermittelt haben, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Umgang mit Geld ähnlich diszipliniert verhielten wie Erwachsene (s.a. Springers Werte vom 24.04.13). Nun vermeldet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform eine hohe Ver- und sogar Überschuldung von Jugendlichen, die sich mit ihrem sorglosen finanziellen Verhalten eben an dem Gebahren ihrer Eltern orientieren.

Nach dieser letztgenannten Untersuchung haben „verschuldete Jugendliche“ Verbindlichkeiten von durchschnittlich 8.244 Euro. Auch hier fällt die Formulierung ins Auge: Wer zählt zu dieser Gruppe? Und: Was sagt die nackte Zahl aus? Viel relevanter ist die Erkenntnis, dass hohe Schulden nicht selten zu einem Insolvenzverfahren schon in jungen Jahren führen.

Zwei wichtige Gründe werden in der Creditreform-Untersuchung zur Ursache der Überschuldung von Jugendlichen angeführt: Die Vorbilder zu Hause sowie die Geltungssucht. Schulden machen fällt leichter, wenn von den Eltern keine finanzielle Disziplin vorgelebt wird. Das, was man benötigt, wird gekauft, zur „Not“ eben auf Pump. Geld hat in diesen Familien keinen realen Wert. Zudem kostet das Wettrüsten um Prestige Geld, das nicht vorhanden ist. Mobilfunk, Online-Käufe, Fitness-Studios und dann auch ein möglichst protziges Auto schlagen negativ zu Buche.

Weder Taschengeld, noch Lehrgeld, noch BaföG sind dafür da, exorbitante Ausgaben zu tätigen. Ersteres soll dazu dienen, den Umgang mit Geld zu lernen und sich kleinere Träume zu verwirklichen. Lehrgeld und Bafög sichern dann in erster Linie das Überleben während der Ausbildung. Wer dennoch (höhere) Ausgaben tätigen möchte, muss sich das dafür notwendige Geld im wahrsten Wortsinn „verdienen“. Erst das Arbeitsleben ermöglicht uns dann, so viel Geld zu erwirtschaften, dass wir uns persönliche Wünsche erfüllen können. Zuerst eher kleine, im Laufe der Jahre dann auch ggf. größere. Und zwar ohne Verschuldung!

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Der Preis des Wachstums

Bildquelle: Michael Staudinger / pixelio.de
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