Sind wir größenwahnsinnig? – Teil 1 von 2

06.08.2014 von Boris Springer

Mit dem Motto „Höher, schneller, weiter“ ist meist der sportliche, meist sogar der olympische Gedanke verbunden. Dabei ist es – und das bereits seit vielen Generationen – Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Denn schon seit langem gilt die Meinung, dass ein steigender Wohlstand unbedingt an wirtschaftliches Wachstum gekoppelt sei. Nicht erst mit der so genannten Finanzkrise im Jahr 2008 ist offensichtlich, dass der Bogen egoistischen wirtschaftlichen Strebens längst überspannt wurde.

Es bedurfte gar nicht mehr jener völlig unverständlichen Finanzprodukte und der gefährdeten und sogar zusammengebrochenen Banken, um zu erkennen, dass althergebrachte Wertesysteme aus dem Ruder gelaufen waren. Egoistische und ausbeuterische Machenschaften, bewusst mit dem Ziel, das Unternehmen und vor allem sich selbst finanziell (tatsächlich um jeden Preis) zu bereichern, haben das Weltwirtschaftssystem aus den Angeln gehoben.

Unstrittig war dabei schon vorher, dass die Industrienationen seit vielen Jahren über ihre Verhältnisse leben. So lange es funktionierte, wurden Staaten der Dritten und Vierten Welt wie auch die Umwelt gnadenlos ausgenommen. Immer mit dem Ziel des wirtschaftlichen Wachstums unter Verwendung des Totschlag-Argumentes der Arbeitsplatz-Sicherheit. Ökologie und das Wohl aller Menschen hatte noch nie Priorität. So wie es uns bspw. China heute noch vorlebt. Auch die USA sind ein schlechtes Vorbild. Nicht nur wegen ihres gigantischen Energieverbrauchs, sondern auch mit ihrem aktuellen Bestreben, afrikanische Staaten zu unterstützen. Nicht, um denen zu helfen, sondern um Absatzmärkte zu generieren!

Der renommierte Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel prangert in seinem neuen Buch „Hybris“ an, dass wir bei dem Bestreben, es immer besser haben zu wollen, den Überblick über die Gesamtzusammenhänge verloren haben. Als Beispiel für den unbedingten Wunsch nach einem noch besseren Wohlergehen führt er den Traum der Europäischen Einigung an, der wegen Wirtschaftsinteressen und materieller Expansion immer noch fern der Realität ist.

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieses egoistische, rücksichtslose Streben nach immer größerem Wohlstand universell verbreitet ist. Vom Individuum bis hin zur gesamten Menschheit. Als erstes Lebewesen sind wir – als angebliche „Krone der Schöpfung“ – auf dem „besten“ Weg, unseren Blauen Planeten auszubeuten und zu zerstören.

Gibt es Ansätze, das im Kleinen wie im Großen noch zu verhindern? Damit beschäftigt sich Teil zwei dieser Kolumne, der in einer Woche an gleicher Stelle erscheint.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Über “Kommentieren Sie diesen Artikel” etwas weiter unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Sind wir größenwahnsinnig? – Teil 2 von 2

Bild: Unser blauer Planet
Bildquelle: Liane / pixelio.de
www.pixelio.de

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