Hoffentlich wird's bald rot

08.04.2015 von Boris Springer

Im Jahr 1899 soll Charles H. Duell, „Commissioner“ des amerikanischen Patentamtes, festgestellt haben, dass es nichts Neues mehr gebe und bereits alles erfunden sei. Einigen Berichten zufolge soll er deswegen sogar die Schließung seines Amtes erwogen haben. Gut, dass es dazu nicht gekommen ist.

Besonders die elektronische Revolution hat das Leben von fast allen Erdenbürgern verändert. Wie sähe unser Tagesablauf ohne Computer, ohne Mobilfunk aus? Manche jungen Menschen können sich das gar nicht vorstellen. Dabei scheinen drei Besonderheiten derzeit noch kein Ende zu finden: immer kleiner, immer schneller, immer mehr. Kleinste Geräte verarbeiten heute in atemberaubender Geschwindigkeit gigantische Datenmengen.

So ist es nicht verwunderlich, dass es nach wie vor unglaublich viele Innovationen auf diesem Gebiet gibt. Ob sie uns ausschließlich zum Vorteil gereichen werden (Beispiel Drohnen) sei dahingestellt. Vorteilhaft und bequem sind viele Erfindungen, die das tägliche Leben erleichtern; einige Ideen bereichern uns sogar auf völlig unvorhergesehene Art und Weise.

Wer freut sich zum Beispiel über eine rote Ampel? Jeder Verkehrsteilnehmer ist doch froh, seinen Weg möglichst ungestört fortsetzen zu können. Das kann sich für Fußgänger in Hildesheim und Oberhausen bald ändern. Denn dort stehen die ersten Ampeln, an denen sich Wartende während einer Rotphase mit einem einfachen Videospiel die Zeit vertreiben können. Zu verdanken haben wir diese pfiffige Idee den beiden Design-Studenten Amelie Künzler und Sandro Engel (www.urban-invention.com).

Die bei Technikmuffeln vielleicht aufkommende Frage, ob die Menschheit das nun auch noch braucht, lässt sich leicht mit einem Blick auf Fußgänger vor roten Ampeln beantworten. Hektische Bewegungen, genervte Mimik, scheue Blicke, ob ein Überqueren der Straße bei Rot möglich wäre etc. All das könnte für jeweils einen der auf beiden Straßenseiten stehenden Passanten ein Ende haben, die sich auf und über die nächste Rotphase vielleicht sogar freuen.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Eine Schattenseite des Internets (Teil 1 von 2)

Bild: Fußgängerampel grün
Bildquelle: Gabi Schoenemann / pixelio.de
www.pixelio.de

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