Provisionen? Ja bitte. (Teil 1 von 2)

22.04.2015 von Boris Springer

Der klassische Arbeitnehmer erhält zum Monatsende sein Gehalt. Das hat er sich verdient, ob es ihm für die geleistete Arbeit angemessen oder vielleicht auch zu niedrig erscheint. Das Gehalt wird ihm für die geleistete Arbeit monatlich in gleicher Höhe gezahlt. Dafür hat er eine vereinbarte Zeitspanne lang seinen vollen Einsatz zu zeigen. In jedem Fall ist er sich seines Gehaltseinganges sicher.

Daneben gibt es auch jene, die sich ihr Geld Auftrag für Auftrag verdienen müssen. Die für vermittelte Absschlüsse einmalig Geld in Form von Provisionen erhalten, zu Beginn keines Monats ihres Gehaltes sicher sein können und trotzdem ihre laufenden Kosten zu stemmen haben. Ihnen wird häufig nachgesagt, weniger zu arbeiten als Angestellte und dabei mehr Geld zu verdienen, was beim Nettobetrag aus verschiedenen Gründen selten der Wahrheit entspricht.

Ebernso zweifelhaft ist das Vorurteil, alle „Provisionsjäger“ seien nur auf den eigenen Vorteil bedacht und berieten und verkauften alleine des Umsatzes wegen auch zum Nachteil von Kunden. Insbesondere langjährige Kundenbeziehungen basieren eben doch auf der Seriosität und einer wertschätzenden Beratung durch den Verkäufer – im Geschäfts- ebenso wie im Privatkundensektor.

Gleichwohl gibt es auch schwarze Schafe unter Provisionsvermittlern. Diese haben den schlechten Ruf ihrer Branche zu verantworten und sind seit jeher im Fokus von allem, was sich „Verbraucherschützer“ nennt. Letztere haben nun die Steilvorlagen genutzt und fordern die Abschaffung von Provisionen zugunsten von Honorarberatungen. Das habe eine neutrale, qualitativ hochwertige Beratung, eine fairere Bezahlung und niedrigere Versicherungsbeiträge zur Folge.

Diese rosigen Prognosen klingen nur auf den ersten Blick fair und angemessen, sie sind es aber in der Reralität nicht bzw. treten erst gar nicht ein. Warum, sehen wir im zweiten Teil dieser Werte-Kolumne, der in der kommenden Woche erscheint. Bis dahin kann sich jede(r) Leser(in) für ihren/seinen eigenen Versicherungschutz fragen, ob ein Honorarmodell, wie wir es von der BRAGO für Rechtsanwälte kennen, tatsächlich eine geeignete Lösung wäre.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Provisionen? Ja bitte! (Teil 2 von 2)

Bild: Euroscheine
Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de
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