NINA ist da

01.07.2015 von Boris Springer

Zur Zeit des kalten Krieges waren in Deutschland ca. 40.000 Sirenen installiert, die die Bevölkerung vor Gefahren warnen sollten. Ihre meisten Einsätze hatten sie bei Feueralarm, dazu kam der monatliche Test am ersten Samstagmittag. Glücklicherweise mussten die Sirenen nur selten Katastrophen melden und die größte Sorge, ein feindlicher Angriff, war unbegründet.

1992 wurden dann die Zivilschutz-Alarmsysteme aus Kostengründen außer Betrieb genommen, auch war in der Bevölkerung das Wissen um die Bedeutung der verschiedenen Heultöne verloren gegangen. Statt dessen werden seitdem Radio und Fernsehen zur Verbreitung von Warnmeldungen genutzt. Das hat den Vorteil, dass neben der Information, was passiert ist bzw. wovor gewarnt wird auch gleich allgemeinverständliche Verhaltenshinweise übermittelt werden können. Im Katastrophenfall werden zusätzlich Lautsprecher-Fahrzeuge eingesetzt und in Risikogebieten bleiben nach wie vor Sirenen installiert.

Nun geht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) neue Wege. Es hat die Notfall-Informations- und Nachrichten-App „NINA“ entwickelt und stellt sie kostenlos in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung. Sie umfasst das gesamte Bundesgebiet, weil sie vollständig in das bestehende Warnsystem von Bund und Ländern integriert wurde, beinhaltet eine Push-Funktion für Warnmeldungen und liefert ereignisbezogene Verhaltenshinweise und allgemeine Notfalltipps.

Weitere Informationen und Download-Möglichkeiten finden sich auf der Seite www.bbk.bund.de (Karteireiter „Warn-App NINA“), die auch als Quelle für den Inhalt der vorliegenden Kolumne diente.

Eines ist unabhängig vom verwendeten Warnsystem unbedingt zu beachten: im Alarmfall müssen die Menschen in der Umgebung unmittelbar informiert werden. Schließlich ist es durchaus möglich, dass Andere in diesem Moment keine Gelegenheit hatten, über Medien oder NINA informiert zu werden. Eine schnelle, sachliche Weitergabe von Notfall-Informationen kann Leben retten.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Wer nicht mit der Zeit geht ...

Bild: Sirene
Bildquelle: Hartmut910 / pixelio.de
www.pixelio.de

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