Es geht voran (Teil 2 von 2)

18.05.2016 von Boris Springer

Der in der vergangenen Woche an dieser Stelle angesprochene Wandel fordert die Arbeitswelt; dafür liefert er im Gegenzug große Chancen durch Innovationen und neue Betätigungsfelder. Hervorgerufen wird die aktuelle Zeitenwende in der Arbeitswelt vor allem durch die seit wenigen Jahrzehnten anhaltende zunehmende Digitalisierung und die – auch dadurch beeinflusste – Haltung der Generation Y.

Besonders machen sich die Neuerungen derzeit im Finanzsektor bemerkbar. Die beiden oben angesprochenen Gründe werden zusätzlich verstärkt durch die aktuelle Niedrigzins-Phase, deren Ende noch nicht absehbar ist.

Versicherungsgesellschaften wie Geldinstitute stehen vor dem Ende ihrer Jahrzehnte alten Erfolgsmodelle. Waren zum Beispiel die Sparverträge wie Kapitallebens- und -Rentenversicherung lohnend für Gesellschaften wie für Kunden, so bricht das Geschäft völlig zusammen, da weder Zinsen für die bereits eingezahlten Gelder erwirtschaftet werden noch Neuverträge abgeschlossen werden.

Bei den Banken und Sparkassen sieht es ähnlich aus. Die sinkende Zahl der Sparbuchsparer ist wegen der drohenden Strafzinsen nicht so dramatisch. Viel schlimmer ist der Zusammenbruch vieler bisheriger Geschäftsfelder, mit denen sich gutes Geld verdienen ließ. Plakativ gesagt droht die Nutzung des Mobiltelefons viele Funktionen der Geldinstitute zu übernehmen.

Das schon jetzt feststellbare Filialsterben ist erst der Anfang. In dünn besiedelten Gegenden übernimmt ein Bus einmal wöchentlich die Aufgabe von ehemals mehreren Festangestellten. Besonders bei Internetkäufen ist schon jetzt die Bereitschaft zur Nutzung von Online-Bezahlmöglichkeiten hoch. Sie wird steigen, wenn die Bedeutung das Bargelds weiter abnimmt, wobei eines das andere weiter befeuert.

In wenigen Jahren werden weitere Geschäftsmodelle routiniert nutzbar sein, die jetzt noch in den Kinderschuhen stecken. Als Beispiele seien die Fintechs (= Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen) genannt, denen eine goldene Zukunft vorhergesagt wird. Der Bankmitarbeiter wird nahezu vollständig überflüssig, wenn die Finanzberatung automatisiert von Computern übernommen wird, Kredite schon beim Kauf des Objektes mit vermittelt werden und Verbraucherkredite „mal schnell“ per Mobiltelefon beantragt werden können.

Vorherzusehen ist, dass diese Entwicklung den Geldinstituten schwer zu schaffen machen wird und dass große Umbrüche anstehen. Welche Folgen wird das für die Kunden haben? Werden sie tatsächlich in der Lage sein, diese Herausforderungen an die eigene Finanzkompetenz zu bewältigen? Vielen droht – wie heute computerunwilligen oder -unfähigen Menschen – von vielen Geschäften ausgeschlossen zu werden.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Bild: Innovation
Bildquelle: JMG / pixelio.de
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