Diebstähle aus Rettungswagen?

28.09.2016 von Boris Springer

Ja, es gibt sie noch in Massen, auch wenn keiner groß über sie berichtet: die Menschen, die – humanistischen Idealen folgend – die materiellen wie immateriellen Werte Dritter achten. Die überbezahltes Wechselgeld zurückgeben, damit es die Kassiererin nicht bezahlen muss, die verlässlich und ehrlich sind und die mit Recht auf das stolz sein können, was sie mit eigenem Geist und eigenen Taten erschaffen haben.

Allerdings gibt es auch eine offensichtlich ständig wachsende Gruppe jener, die erkennen, dass es sich – das Gewissen ausschaltend – „besser“, weil weniger anstrengend leben lässt. Das beginnt im Kleinen, bei den sogenannten Notlügen, die nur der Bequemlichkeit oder der Bereicherung dienen, angefangen bei der um ein paar Kilometer zu langen Fahrt zur Arbeit in der Steuererklärung. Ein nächster Schritt ist dann das bewusste Missachten von Vorschriften aus persönlichen Gründen. Beispielhaft sei hier die Nutzung des Mobiltelefons während der Autofahrt genannt. Kritiker werden verlacht, schließlich sei man ja in der Lage, beides gleichzeitig zu können.

Für einige Zeitgenossen ist das jedoch längst nicht die Grenze. Sie benutzen Öffentliche Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein oder werden sogar mit Ladendiebstählen kriminell. Im entsprechenden sozialen Umfeld wird das nicht geächtet, sondern sogar eher gefeiert und die Strafen, die drohen, sind nicht wirklich abschreckend. Unterm Strich bleibt in vielen Fällen, dass sich dieses Verhalten finanziell rechnet. Zudem lässt sich diese Klientel nicht von Drohungen mit jenseitigen Strafen beeindrucken.

Zusätzlich zu Meldungen dieser Delikte häufen sich zuletzt Berichte über besonders perfide Taten, die noch vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland undenkbar waren und die sich „in Zeiten zunehmender Verrohung“ (Zitat eines Polizisten nach einem brutalen Raubüberfall) mehren. Aus verschiedenen Lebensbereichen (und daher nicht vergleichbar) seien hier beispielhaft drei genannt: Gruppen-Überfalle, bei denen Schwächere wie Kinder und Alte beraubt werden, Diebstahl eines Trinkgeld-Sparschweins von der Theke (wie bei uns im Ort unlängst gefilmt) oder die unfassbaren Diebstähle von Geräten aus offenstehenden, weil im Einsatz befindlichen Notarzt-Fahrzeugen. Was muss in solchen Menschen vorgehen? In was für einer Wertewelt leben sie?

Alleine die Frage zu diskutieren, wie dieser Entwicklung Einhalt geboten werden könne, sprengte den Rahmen dieser Kolumne. Selbst ein Aufruf zu mehr Wertschätzung käme bei dieser Personengruppe nicht an. Entweder, weil sie diese Zeilen nicht lesen oder weil diese Haltung weder ihren Verstand noch ihr Gewissen erreicht.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Bild: Rettungswagen
Bildquelle: Thomas Blenkers / pixelio.de
www.pixelio.de

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