Strukturierte Optimisten leben am längsten

19.06.2013 von Boris Springer

Jiroemon Kimura ist tot. Der Japaner, bis dahin ältester Mensch der Welt, starb letzte Woche an Altersschwäche im Alter von 116 Jahren. Viele Zeitgenossen wünschen sich ein langes Leben in Gesundheit, wenngleich sie dabei vergessen, dass unser Körper für ein solch langes Leben nicht geschaffen ist. Während bspw. den Schildkröten über Jahrmillionen der Evolution ein natürliches, vergleichsweise langes Leben geschenkt wurde, werden wir Menschen in großer Zahl nur wegen des um die vorletzte Jahrhundertwende begonnenen medizinischen Fortschritts älter. Zusätzlich kommt uns zugute, dass wir für den Nahrungserwerb nicht mehr unser Leben gefährden müssen.

Warum werden einige Menschen älter als andere? Die Standardantworten auf diese Fragen sind: die Gene und möglichst gesund zu leben. Beides hat tatsächlich großen Einfluss auf die Gesundheit und damit auf die individuelle Lebenserwartung. Es gibt jedoch weitere zusätzliche Möglichkeiten, das Leben zu verlängern.

Eine davon ist, strukturiert zu leben. Für viele Zeitgenossen klingt es langweilig und unspektakulär, sein Leben in geordneten und wenig stressigen Bahnen ablaufen zu lassen. Obwohl es erwiesen ist, dass häufig verlachte Tugenden wie Disziplin, Ordnungsliebe und die Vermeidung unnötiger Risiken Körper und Geist entspannen. Sie geben Ruhe und Gelassenheit und führen – wie Studien zeigen – statistisch zu einer höheren Lebenserwartung.

Auch eine andere Geisteshaltung fördert Gesundheit und langes Leben: der Optimismus. Manches kommt, wie es kommen muss und sich dann mit etwas eventuell Negativem zu beschäftigen, ist immer noch früh genug. Denn es könnte ja auch gut ausgehen. Die Pessimisten haben sich schon im Vorfeld beim Ausmalen möglicher Schreckensszenarien gewaltig unter negativen Stress gesetzt und schaden damit ihrem Körper.

Zusammengenommen könnten die vielen Studien so interpretiert werden, dass strukturierte Optimisten – in Kombination mit anderen Faktoren – statistisch die größte Chance haben, alt zu werden. Dabei ist es mit diesen Ansichten und Verhaltensweisen wie mit vielen anderen: das zu wissen, reicht nicht. Das Tun ist entscheidend! Sich hier zu ändern, ist deutlich herausfordernder als nur bspw. zukünftig an Schnellrestaurants vorbei zu gehen. Es ist eine Frage des Selbstwertes, bewusst auf sich und auf die eigene Einstellung zu achten.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Nach dem Kauf ist vor dem Kauf

Bildquelle: karin averbeck / pixelio.de
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