Lebenslanges Lernen erhöht den Selbstwert

30.09.2009 von Boris Springer

Über Jahrzehnte wurden Kinder mit dem Satz “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr” zu mehr Einsatz, d.h. zu mehr Lernen angehalten. Allgemein anerkannt war die Meinung, dass ein junges (menschliches) Gehirn Informationen wesentlich besser aufnehmen, verarbeiten, vernetzen und abspeichern kann. Je älter wir werden – so die verbreitete Ansicht – greifen wir vermehrt auf die gespeicherten Informationen zurück und können nur unter größten Anstrengungen Neues hinzulernen.

Was ist daran falsch? Nichts, denn grundsätzlich sind beide Annahmen richtig. Nicht ausreichend beachtet wurde jedoch die immer noch vorhandene Lernfähigkeit bei zunehmendem Alter.

Mit der geschilderten Annahme waren auch berufliche Karrieren als Einbahnstraßen vorprogrammiert: Wer seine Arbeit verlor und die erlernte Tätigkeit – auch woanders – nicht mehr ausüben konnte, war (angeblich) zu lebenslanger Arbeitslosigkeit verdammt.

Erst die moderne Hirnforschung hat beweisen können, was geistig mobile Menschen immer schon gezeigt haben: Auch Ältere können Neues lernen und dieses Wissen hervorragend mit dem bekannten verknüpfen. Im Vergleich zu jungen Menschen haben sie sogar schon ein so genanntes “neuronales Netzwerk” im Gehirn angelegt, in das die neuen Informationen eingefügt werden.

Dies bedeutet, dass jeder von uns auch im fortgeschrittenen Alter Neues lernen kann und damit  sein Wissen, seine Kenntnisse, seine Wirkung und auch seinen (Selbst-)Wert erhöhen kann. Wir müssen es “nur” wollen und dann vor allem auch tun!

Der zweite Nutzen aus der Erkenntnis, dass lebenslanges Lernen möglich ist, ergibt sich, wenn ich meine angestammte, gewohnte Arbeitstätigkeit nicht mehr ausüben kann. Was ist, wenn mir gekündigt wurde oder ich aus gesundheitlichen Gründen etwas anderes machen muss? Nach diesem Schock liegt es an mir, etwas Neues zu (er)lernen und einen beruflichen Neuanfang zu machen! Wer – außer mir selber – ist für mein privates wie berufliches Schicksal verantwortlich? Von Natur aus sind wir bequem und wollen am liebsten so weitermachen wie bisher. (Erzwungene) Änderungen und die damit verbundenen Lernergebnisse führen jedoch stets zu weiterem Wissen, neuen Erkenntnissen, zu mehr Erfahrungen und meist auch zu höherer Lebensqualität.

Lebenslanges lernen erhöht den Selbstwert!

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

Lesen Sie nächste Woche: Der freundliche Kunde im Supermarkt

Bildquelle: www.pixelio.de; Fotograf: Rainer Sturm

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