Kinder-“Lärm” ist keine Belästigung

21.04.2010 von Boris Springer

Wie weit ist Deutschland gekommen, dass der Bundesrat eine gesetzliche Klarstellung fordern muss, den “Lärm” spielender Kinder nicht als Belästigung anzusehen?

Kinder werden seit Jahren aus dem öffentlichen Raum verdrängt, Nachbarn stören sich an Geschrei und anderen Geräuschen, die spielende Kinder nun mal von sich geben. Als wäre das Erwachsenen-Alter nicht ohnehin voller Regeln, Beschränkungen und Sanktionen, müssen Kinder nun auch noch mucksmäuschenstill sein.

Wir alle wissen, dass uns manchmal nicht danach ist, Kindergeschrei zu hören. Wir haben Kopfschmerzen, Sorgen oder andere Befindlichkeiten, die uns gerade belasten. Dennoch ist das kein Grund, den Kindern, die dafür nichts können, das – auch laute – Spielen zu verbieten.

Sollen die noch auf Spielplätzen und Straßen spielenden Kinder auch vor dem heimischen PC sitzen und zu sozialen Krüppeln und körperlichen Wracks werden? Dazu übergewichtig, träge und stolz auf einen neuen Rekord im Ballerspiel?

Alle heute Erwachsenen waren doch auch froh, dass sie sich früher austoben und dabei allerlei Aktivitäten entwickeln konnten. Auch wir waren laut – manchmal zu laut. Auch wir haben manchmal den Ball in Nachbars Garten geschossen. Warum soll das heute verwerflich sein?

Balsam auf die Seelen aller spielenden Kinder ist ein in einer lokalen Tageszeitung am 25. März erschienener Leserbrief, in dem die Verfasserin ihrer Freude über spielende Kinder Ausdruck verleiht. Seit 13 Jahren gegenüber einem Kindergarten wohnend freut sie sich auf den Sommer und den Kinder-“Lärm”. Um ihn genießen zu können, öffnet sie sogar extra ihre Balkontüre.
Danke für diesen Beitrag!

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

Lesen Sie nächste Woche: Worauf können wir stolz sein?

Foto: www.pixelio.de; Fotograf: Marie-A. Becher

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