Wie sage ich's meinem Kollegen?

10.08.2011 von Boris Springer

Arbeiten im Team ist toll. Neben dem Einsatz der eigenen Kompetenzen gibt es den Austausch zwischen Kollegen, was das Sozialverhalten stärkt und eigenes Wissen mehrt. Das gemeinschaftlich Erarbeitete ist zudem mehr als die Summe der Einzelergebnisse.

Besonders ertragreich ist Teamarbeit dann, wenn auch das “Drumherum” stimmt: Alle halten sich an gängige Umgangsformen, behandeln einander in jeder Hinsicht wertschätzend und pflegen gemeinschaftlich genutztes Terrain. Das heißt, Geschirr wird nach Gebrauch in die Spülmaschine gestellt, diese bei Bedarf angeschaltet und auch ausgeräumt. Der Kühlschrank wird selbstverständlich wachen Auges von Altlasten befreit und die Toilette immer so verlassen, wie jeder sie vorzufinden wünscht.

So weit, so gut. Nun soll es Unternehmen geben, in denen obiges nicht selbstverständlich ist. Alle wünschen es sich, jedoch nur wenige machen immer wieder die Arbeit und die Masse verlässt sich auf sie. Und kümmert sich nicht um den eigenen Dreck.

Wie lässt sich diese Situation ändern? Zunächst, indem konkrete Vorschläge zum allgemeinen Verhalten gemacht werden. Im zweiten Schritt – falls nötig – werden persönliche Gespräche geführt. Wie sage ich’s meinem Kollegen, dass er aufräumen soll?: Unter vier Augen, wertschätzend und mit “Ich-Botschaften”, die den anderen nicht angreifen. Und indem – frei von Vorwürfen – an den Gemeinsinn erinnert wird. Das hatte schon häufig Erfolg.

Leider hilft das nicht immer oder nur kurzfristig. Hier wirkt dann leider nur noch die harte Variante: Rollierend wird jeder(!), der die Räumlichkeiten nutzt, entweder fallweise (z.B. ein Mal Befüllen und Leeren der Spülmaschine) oder für einen bestimmten Zeitraum (z.B. eine Woche Kühlschrank-Dienst) eingeteilt. Schriftlich und für alle ersichtlich. Dabei bietet es sich an, nach einer ausreichend langen Phase die Freiwilligkeit erneut zu testen.

Viel Erfolg bei der Umsetzung wünscht
herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Auswärtsspiel

Foto: www.pixelio.de; Fotograf: BettinaF

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