Und es geht doch!

20.02.2013 von Boris Springer

Die Elektronik-Riesen haben einiges mit Baumärkten gemein. Ein großes Sortiment, das fast alles vorhält, was das Kundenherz begehrt, manches Schnäppchen und vor allem zu wenig Mitarbeiter. Letzteres steht in direktem Zusammenhang mit günstigen Preisen, denn fair bezahltes Personal kostet viel Geld.

In beiden Branchen ist für jede Abteilung häufig nur eine Person zuständig und die ist – so sagt es ein Bonmot – ständig auf der Flucht vor Kunden. Oder anderweitig beschäftigt, wie der Fußball-schauende Mitarbeiter, der unlängst nur ungern von mir angesprochen werden wollte.

Dass es auch anders geht und dass die persönliche Einstellung der Mitarbeiter zu ihrer Tätigkeit ein entscheidendes Kriterium für Kundenzufriedenheit ist, konnte ich dieser Tage in einer Filiale einer großen Elektronik-Kette erleben.

Durch einen Kurzschluss war das Stromkabel eines Telefons defekt. Unser Altkabelfundus gab kein passendes her, so besuchte ich einen Elektronik-Markt in der Nähe unseres Firmensitzes. Die Alternativen waren klar: Ein Ersatzkabel – wahrscheinlich zum Preis eines neuen Telefons – erwerben oder gleich ein neues Gerät mit anschließendem, langwierigem Einspeichern von Telefonnummern.

Eine freundliche Mitarbeiterin raubte mir sogleich jede Hoffnung, dass ein Ersatzkabel zu kaufen sei. Telefone mit der neuesten Technik hätten sie günstig, einzelne Kabel hingegen seien nicht gefragt. So weit, so gut. Dann hatte sie noch eine Idee: Sie öffnete einen ihrer Schränke und übergab mir eine Kiste mit zahlreichen Netzkabel-Waisen. Sie bot mir an, diese in Ruhe durchzusuchen während sie weitere Kunden bediente.

Meine Freude war gleich doppelt: Zum einen über das mir geschenkte Vertrauen, diese Kiste unbeaufsichtigt durchwühlen zu dürfen, zum anderen über das schnell gefundene, tatsächlich passende Kabel! Zusätzlich überließ sie mir als Krönung dieses Kabel noch kostenlos mit passendem Beleg für die Kasse.

Fazit: Es sind die menschlich wertschätzenden Gesten, die das Miteinander so angenehm machen. Gerade wenn dabei herrschende (Vor-)Urteile widerlegt werden. Nicht der ggf. monetäre Gewinn einer Aktion ist entscheidend, sondern das gute Gefühl, das sich während oder nach einem Zusammentreffen einstellt.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Für Groß und Klein

Bild: ISDN Telefon; Bildquelle: klicker / pixelio.de

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