Denkt an das zweite "n"!

07.08.2013 von Boris Springer

Rechtschreibfehler sind ärgerlich. Vor allem, wenn sie den Sinn des Gesagten verändern. Das ist von vielen Beispielen bekannt, selbst ein Leerzeichen kann den Sinn einer Aussage dramatisch ändern. Bekanntlich macht es bspw. einen Unterschied, ob jemand ein „rechtmäßiger“ oder ein „recht mäßiger“ Ehemann ist.

Wir kennen das auch von Zahlendrehern oder Komma-Verschiebungen, wie z.B. bei der uralten Geschichte vom Eisengehalt des Spinats. Eine Vervielfachung von Fehlern findet dann statt, wenn es nur eine (fehlerhafte) Quelle für eine Information gibt oder wenn der Fehler im Internet munter vielfach kopiert wird. Dabei wird die Rechtschreibung entweder gar nicht kontrolliert oder sogar als korrekt übernommen. Das führt dann dazu, dass die fehlerhafte Schreibweise – ohne Hinterfragen – als richtig angesehen wird.

Ein bekanntes, gleichwohl selten thematisiertes Wort ist „Millennium“ und sein fehlerhafter Bruder „Millenium“. Fast schon schien es mit wachsender Entfernung vom Jahrtausendwechsel zum Ende des 31.12.2000 aus der Mode gekommen zu sein, doch immer wieder taucht es auf – ebenso wie sein fauler Kumpel. Sei es in der beschriebenen Form oder im englischen Sprachraum als „Millennial“ (bzw. falsch als „Millenial“).

Die massenhafte Verwendung der fehlerhaften Schreibweise führt sogar dazu, dass sich freundliche Zeitgenossen zu Korrekturen aufgerufen fühlen und auf das vermeintlich überzählige zweite „n“ hinweisen, ohne sich vorher ausreichend informiert zu haben. Wer sich mit der Wortherkunft auseinandergesetzt hat, wird die korrekte Form nie wieder vergessen.

Wobei immerhin noch die Möglichkeit bleibt, dass jemand tatsächlich „Millenium“ verwenden will. Bekannt ist dieser Fall jedoch nicht und es fällt auch schwer, einen Sinn zu finden.

Ach ja, die Wortherkunft. Beide Elemente des zusammengesetzten Wortes sind lateinischen Ursprungs. Der erste Wortteil „Mille“ leitet sich sich von „Tausend“ ab, der zweite von „Annus“, was „Jahr“ bedeutet. Die Antwort nach der Frage der Bedeutung des zweiten Wortteils mit nur einem „n“ findet sich u.a. im Internet.

Herzlichst
Ihr
Boris Springer

PS: Unten haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung zu dieser Kolumne zu äußern. Ich freue mich auf Ihre Beiträge.

Lesen Sie nächste Woche: Verbraucherrechte – falsch verstanden

Bildquelle: Stefan Heerdegen / pixelio.de
www.pixelio.de

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Homöopathisches Flugzeug

10.03.2020 von Boris Springer

  • Du hast eine Urlaubsreise geplant

  • Das Transportmittel der Wahl ist das Flugzeug

  • Morgen soll gebucht werden

  • Abends triffst Du Dich mit Freundinnen

  • ...

Weiterlesen …

Lupe oder Holzhammer?

23.12.2018 von Boris Springer

Ehre, wem Ehre gebührt!
Da wird eine Ärztin und Ex-Homöopathin grafisch 7.000 Ärzten gegenübergestellt, die sich – aus welchen Gründen auch immer – der Homöopathie zugewandt haben. Dabei bleibt zum einen geflissentlich unerwähnt, dass diese Ärzte nur knapp zwei Prozent von insgesamt ...

Weiterlesen …

Besser als Baldrian

19.09.2017 von Boris Springer

Mitten in der Nacht schreckst Du hoch. Dein Puls rast und Du realisierst, dass Du einen ziemlichen Unsinn geträumt hast. Langsam kehrst Du in die Wirklichkeit zurück und versuchst, Dich zu beruhigen. Dabei fällt Dir Dein gestriger Arbeitstag ein: die Hektik, die nervigen Gespräche, der Ärger etc. Je ...

Weiterlesen …